Stellungnahme: Meine Firma produziert keine Fake-Nazidemos mit AfD-Beteiligung

Liebe AfD und Sympathisanten,

in Ihren Kreisen verbreitet sich gerade die Nachricht, meine Firma würde neuerdings Fake-Nazidemos für den SWR produzieren, um unter anderem gegen Ihre Partei zu hetzen. Aufmerksame Anwohner filmten mein Team neulich in Berlin Lichtenberg dabei und spielten das vermeintlich brisante Material der Parteispitze zu. Besagtes Material wurde für einen Informationsfilm verwendet, über den die Bundes-AfD meiner Firma unterstellte, Fake-News für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk herzustellen.

Lassen Sie mich den Vorfall klarstellen: Es handelte sich bei der vermeintlich perfiden Aktion lediglich um einen Filmdreh für das Satire-Format Browser Ballett. Das konnte man vor Ort an den vielen Kameras, einem Regisseur, einer Maske, einem Tonmann, einem Catering-Zelt und an den ganzen Aushängen sehen, die darauf hinwiesen, dass wir einen Film drehen.

Da wir stets bestrebt sind, niemanden bloßzustellen, möchten wir sie bitten, ihre Kamerateams von unseren Adressen abzuziehen. Ihr Mitglied Frank-Christian Hansel steht hier mit Kameramann und Party-Krawatte und möchte mich dazu befragen, was sich meine Firma dabei denkt, eine Fake-Nazidemo mit AfD-Beteiligung zu produzieren.

Es wäre ein Leichtes, dem Herrn humorvoll zu erklären, was ein Filmdreh ist. Das wäre ein bequemer Punktsieg für mich und meine linken Schulterklopfer. Aber es ist mir ein aufrichtiges Anliegen, bei den aktuellen politischen Spannungen in Deutschland nicht jede Gelegenheit mitzunehmen, um die andere Seite bloßzustellen. Das Gleiche würde ich mir von Ihnen wünschen. Wir sind nicht im Krieg und da will auch keiner hin.

Mit freundlichen Grüßen,
Schlecky Silberstein